Lichtkunst , Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna



LICHTKUNST, Unna



 

Lichtkunst, ein Wort. Licht und Kunst zusammen zu führen das ist es, was die Lichtkunst ausmacht und künstlich schafft. Licht gibt es seit langer Zeit. Licht lässt uns sehen, hat vermutlich in der Evolution dafür gesorgt, das wir das Augenlicht bekamen oder gar überhaupt überlebten. Mit Sicherheit aber ist Licht daran mit beteiligt, dass wir so überlebten wie wir heute als Erscheinung in die Welt treten.

 

Ist Lichtkunst nun eine Kunst? Ist Sie Zeitgemäß? Ist sie ihrer Zeit voraus?
Wenn wir in die Vergangenheit schauen, können wir leicht feststellen, dass Licht ein Faktor ist, ohne den eigentlich keine visuelle Wahrnehmung möglich ist. Licht schützte uns damals

und schützt uns heute vor Gefahren. Licht war beim Höhlengleichnis von Platon genau so anwesend wie bei der ersten Camera Obscura, wie bei allen Gleichnissen oder Entdeckungen. Damals hat man es nicht Licht Kunst genannt, sondern war beschäftigt Ideen zu entwickeln. War Leonardo vielleicht der erste Lichtkünstler oder gar Edison oder einige andere Zeitgenossen, die Gleiches zur gleichen Zeit erfanden ? Ist es derjenige der das Licht erschaffen hat, denn wir Lichtkünstler nennen? Malt das Licht an sich künstlerische Momente in der Natur die wir wahrnehmen und durch Lichtemotionen auf Rügen oder vielen Regionen der Erde unsere Begeisterung auslösen? Oder war es Man Ray der die Wahrnehmung auf das Licht verstärkte?

 

 

Der Künstler, geschaffen als Konstrukt bestimmte Dinge zu bewerten, hat sich heute dem Licht genähert und legt es als Phänomen für sein Schaffen fest. Natürlich wird die Lichtkunst heute, wie jede Kunst, künstlich geschaffen und der Künstler geht damit um, handelt damit, spielt damit und sucht das Wesen zu erkennen in einem Medium, das in der Tat seit Menschengedenken vorhanden war. Die kontinuierliche als natürlich empfundene Anwesenheit des Lichts ist es, die es uns erst ermöglicht, das Licht genauer zu betrachten und nun, in der Jetztzeit, darüber nach zu denken und es aus seiner Normalität und Gewohnheit zu extrahieren und aus den früher wissenschaftlichen Erkenntnissen, nun in die Erkenntniswelt der Kunst eintreten zu lassen.
Und wie bei der Malerei oder der Schaffung von Plastiken haben die Künstler die unterschiedlichen Medien zur Verfügung. Ohne Verwendung einer Substanz ist dieses nicht möglich. Es bedarf immer eines Dinges mit einer Form, dieses hat notwendigerweise eine Farbe und auch eine Projektionsfläche. Zu guter letzt sind das wir selbst, -der Betrachter. Wir müssen uns darauf einstellen und müssen entscheiden, ob wir diesen Dingen erlauben uns eine Botschaft zu senden. Erst dann können wir etwas über das eigentlich wesentliche der Malerei als Bild oder der Skulptur, oder einfach nur eines Baumes, oder auch des Lichtes erfahren. Wenn wir uns nicht um die Botschaft der Dinge kümmern, die uns umgeben, so haben diese Dinge keine Botschaft. So gäbe es weder Baum, noch Lampe, noch Bild.

Das Licht ist nun ein Phänomen, dass allgegenwärtig am Tag und reduziert in der Nacht ersetzt wird durch künstliches Licht, in der Hoffnung, der nächste Tag tauscht die Energieformen wieder aus. Das künstliche, nicht am leben erhaltende, sondern nur der Sicherheit dienende Licht, tauscht sich aus gegen das allumfassende Lebensspendende Licht der Natur.
Das erscheint nun ungreifbar. Also, warum sollte etwas was wir lediglich in Physikalische Erkenntnisse fassen können, und das uns am Leben hält, Kunst sein. Es ist zu groß, zu viel, zu lebensnotwendig. Es wäre gerade so, als wenn wir aus Luft etwas schaffen, dass wir Kunst nennen. Luftkunst !
Aber was bleibt ist, neben der Allgegenwärtigkeit das Medium Licht oder auch Luft, zu kanalisieren und denkbare Teilbereiche dieses zu nutzen um damit die Botschaft des Lichtes so zu verändern, dass eine Botschaft entsteht die der Kunst gerecht wird. Wie auch aus der Materiellen Welt nur Teile entnommen werden, die dann zur Malerei oder zur Schaffung von Skulpturen oder auch zur Schaffung von Videokunst genutzt werden, so sind auch nur Teile des Lichtes, oder auch Teile des Denkens über Licht zu verwenden um das Schaffen mit dem Medium Licht in bestimmte Formen zu bringen. Es wird somit informiert, - in Form gebracht. Und dieses in Form Bringen informiert wiederum den Betrachter. Dies geschieht mit Licht allerdings durch ein nicht materielles Medium. Eben dem Licht. Was es noch einmal erschwert, dieses mit den Sinnen des Menschen aufzunehmen oder als Kunst zu akzeptieren. Die Skulptur können wir tasten, manchmal riechen, wir können uns vorstellen wie sie schmeckt und wir sind bereit, diese Eindrücke mit unseren Erfahrungen zu verbinden. Beim Licht haben wir anscheinend primär nur unseren Sehsinn zur Verfügung, können das Licht weder mit Geschmack, Tastsinn, Geruch, Gehör in unserer Erfahrung verbinden, sondern sind auf die Ausstrahlung und das Resultat auf der Projektionsfläche angewiesen. Das alles macht es uns schwer, das Licht als Kunst wahr zu nehmen und zu akzeptieren. Der Künstler versucht das Licht in seiner Eigenständigkeit zu erfassen. Er versucht, das Thema Licht zu bearbeiten und es einer in der Gesellschaft weniger bekannten Darstellung zuzuführen. Ob es ihm gelingt, sei dahin gestellt, doch die Rezeption verlangt immer, wie in jeder Kunst, den Willen zur Erkenntnis, -solange das Licht besteht. Vielleicht geht dem einen oder anderen ein Licht auf und vielleicht ist der buddhistische Koan „wo bleibt das Licht, wenn man den Schalter ausmacht“ gar nicht so fremd.

Das Museum und Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna in den Gewölben einer ehemaligen Brauerei, stellt diese Fragen in der Künstlichkeit des von Menschen erschaffenen Lichts und in einem Objekt von James Turrell in Bezug auf das lebensnotwendige Licht im äußeren Bereich des Museums.
In einer Hochkultur wie wir sie heute haben, macht es Sinn über Das Licht nachzudenken und in einem Museum, wie das Lichtkunstmuseum in Unna, den Fragen der Möglichkeit der Annäherung des Lichtes in Ihrem Geiste einen Raum zu geben.

 

 

 

Martin Franke 21.11. 2011

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